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Für Familien

Visuelle Hilfsmittel selbst gestalten: TEACCH-Materialien für den Alltag

Visuelle Hilfsmittel sind das Rückgrat vieler TEACCH-inspirierter Familienalltage. Die gute Nachricht: Sie müssen weder aufwendig noch teuer sein. Was sie brauchen, ist Klarheit über Funktion und Ebene. Alles Weitere ist Handwerk.

Erste Frage: Wofür ist das Material da?

Bevor Sie ein Bildkärtchen entwerfen, klären Sie mit sich selbst, welche Rolle es spielen soll:

  • Zeigen, was jetzt dran ist (Aktivitätskarte auf dem Tagesplan)
  • Zeigen, wie viel noch übrig ist (Countdown, Sanduhr, Punktestreifen)
  • Zeigen, wie eine Aufgabe abläuft (Ablaufplan: Zähneputzen in 5 Schritten)
  • Auswahl anbieten (Wahltafel mit 2–3 Optionen)
  • Regeln oder Grenzen sichtbar machen (Schild, das eine Zone markiert)

Eine Karte, die alles gleichzeitig will, wird meist nichts richtig können.

Die passende Ebene wählen

Nach TEACCH-Prinzipien wählen wir die visuelle Ebene nicht nach Alter, sondern nach Wahrnehmung des Kindes. Grob gestaffelt:

  • Konkrete Objekte. Der eigentliche Löffel steht für „Essen“.
  • Fotos. Foto des tatsächlichen Waschbeckens, nicht ein generisches Bild aus dem Internet.
  • Piktogramme. Stilisierte, farbklare Symbole.
  • Wort-Bild-Kombination. Symbol plus geschriebenes Wort.
  • Schrift allein. Für lesekompetente Jugendliche und Erwachsene.

Beobachten Sie im Alltag: Welche Ebene versteht Ihr Kind zuverlässig, welche noch nicht? Von dort aus wird sanft nach oben erweitert.

Gestaltung: weniger ist mehr

  • Ein Motiv pro Karte, klarer Rand, kontrastreicher Hintergrund.
  • Immer gleicher Ort für „Fertig“ – links zeigt an, was ansteht, rechts, was erledigt ist.
  • Farbe gezielt einsetzen: eine Farbe pro Kategorie (z. B. blau = Hygiene, gelb = Mahlzeit).
  • Materialien so laminieren oder magnetisch machen, dass sie schnell umsteckbar sind. Was zu umständlich zu handhaben ist, wird nicht genutzt.

Einführung ins Kind hinein

Neues Material wird nicht erklärt und dann eingesetzt, sondern im Moment der Nutzungeingeführt. Beispiel: Sie ziehen die Karte „Zähneputzen“ ab und gehen gemeinsam ins Bad. Nach zwei, drei Wiederholungen ist die Karte kein neues Ding mehr, sondern Teil der Handlung.

Was Sie ruhig weglassen können

Sie brauchen kein aufwendiges Symbolsystem aus dem Fachhandel, wenn ein Foto oder ein selbst gezeichnetes Piktogramm ausreicht. Sie brauchen keinen Vorrat für Situationen, die vielleicht irgendwann kommen. Sie brauchen keinen Wettbewerb um das schönste Material. Alltagstauglich schlägt hochglänzend – jedes Mal.

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